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Lehrkompetenzen an Schulen: Was wirksamen Unterricht wirklich ausmacht

Warum verändert eine Lehrkraft den Unterricht einer Klasse nachhaltig, während eine andere — mit denselben Qualifikationen und demselben Lehrplan — dabei kämpft? Der Unterschied liegt selten im Fachwissen. Er liegt in einem Set professioneller Kompetenzen — pädagogischer, digitaler und inklusiver Art —, die sich benennen, entwickeln und zunehmend auch zertifizieren lassen. Dieser Leitfaden stellt die Lehrkompetenzen an Schulen vor, die die Forschung mit tiefem Lernen verbindet, und zeigt, warum ihre Benennung der erste Schritt zu ihrer gezielten Förderung ist.

Qualifikationen beschreiben den Input — Kompetenzen beschreiben die Praxis

Ein Lehramtsstudium sagt aus, was jemand studiert hat. Dienstjahre sagen aus, wie lange jemand im Klassenzimmer steht. Keines von beidem sagt aus, was die Lehrkraft tut, wenn dreißig unterschiedliche Schülerinnen und Schüler mit dreißig verschiedenen Bedürfnissen hereinkommen. Wirksames Unterrichten ist eine professionelle Praxis — und wie jede Praxis besteht sie aus spezifischen, beobachtbaren Fähigkeiten, nicht aus angeborenem Talent.

Diese Verschiebung der Perspektive ist für Schulleitungen entscheidend. Wenn wirksames Unterrichten ein Set von Kompetenzen ist, dann lässt es sich beurteilen, entwickeln und nachweisen — statt es aus einem Zeugnis an der Wand abzuleiten.

Die sieben Kompetenzbereiche wirksamer Schullehre

Auf Grundlage des UNESCO-Kompetenzrahmens für Lehrende, von DigCompEdu sowie der OECD-Datenbasis aus der TALIS-Studie lässt sich wirksamer Unterricht in sieben Bereiche gliedern.

1. Lehrplangestaltung und Unterrichtsplanung

Den Lehrplan in kohärente, aufeinander aufbauende Lernsequenzen übersetzen — nicht in eine Abfolge voneinander unabhängiger Einzelstunden.

2. Aktive und inklusive Unterrichtsmethoden

Methoden wählen, die alle Lernenden einbeziehen — auch jene, die auf andere Weise lernen —, anstatt sich an der Mitte der Klasse zu orientieren.

3. Formative Beurteilung und Feedback

Beurteilung für das Lernen einsetzen — Verständnis in Echtzeit prüfen und Feedback geben, das Schülerinnen und Schüler handlungsfähig macht —, nicht nur Beurteilung des Lernens am Ende einer Einheit.

4. Klassenführung und Lernklima

Die Beziehungen, Routinen und psychologische Sicherheit aufbauen, in denen Lernende bereit sind, Risiken einzugehen und sich zu beteiligen.

5. Digitale Lehrkompetenzen

Technologie gezielt einsetzen, um das Lernen zu verbessern und die digitalen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler zu fördern — der Bereich, den der europäische DigCompEdu-Rahmen beschreibt (siehe unseren DigCompEdu-Leitfaden für Schulen).

6. Umgang mit Diversität und Inklusion

Den Unterricht so gestalten, dass Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichen Bedürfnissen, Hintergründen und Ausgangsniveaus alle Fortschritte machen können — die Kompetenz, die Expertenlehrende am deutlichsten von anderen unterscheidet.

7. Professionelle Weiterentwicklung und Lehridentität

Unterrichten als sich entwickelndes Handwerk begreifen, die eigene Praxis reflektieren und sich mit Evidenz darüber auseinandersetzen, was wirkt.

Warum Inklusion die Schlüsselkompetenz ist

Von allen sieben Bereichen ist inklusive Praxis jener, in dem die Lücke zwischen kompetenten und expertenhaften Lehrkräften am größten ist — und in dem sie für Bildungsgerechtigkeit am meisten zählt. Zwei Lehrkräfte können gleich gut planen; doch wer im Moment des Unterrichtens spontan auf die Schülerin reagieren kann, die den Anschluss verloren hat, auf den Schüler, der unterfordert ist, und auf das Kind, das verunsichert ist — die oder der ist es, die Ergebnisse verändert. Und es ist genau die Kompetenz, die traditionelle Qualifikationsnachweise am wenigsten erfassen.

Von der Annahme zur Evidenz

Die meisten Schulsysteme schließen auf Unterrichtsqualität aus Abschlüssen und Momentaufnahmen durch Schulinspektionen. Die nützlichere Frage lautet: Auf welchem Niveau liegt jede Kompetenz — bei jeder einzelnen Lehrkraft —, auf einer Skala, die überall dasselbe bedeutet? Diese Frage zu beantworten erfordert Messung: validierte, situationsbezogene Beurteilung statt Zufriedenheitsformular oder Einzelhospitation.

Genau das ermöglicht Schulen den Schritt von „Wir haben gute Lehrkräfte” zu einem belegbaren, entwicklungsorientierten Bild der Unterrichtsqualität: wo die Stärken liegen, wo Investitionen sinnvoll sind und wie Kompetenz im Verlauf der Zeit wächst.

Was das für Schulleitungen bedeutet

Die sieben Kompetenzbereiche geben Schulen eine gemeinsame Sprache für Personalgewinnung, Lehrerfortbildung und Qualitätssicherung. Sie machen aus vagen Urteilen über Unterricht konkrete Fähigkeiten, die sich gezielt aufbauen — und, wenn es darauf ankommt, gegen einen europäischen Standard zertifizieren lassen.

Die Schulen, die im nächsten Jahrzehnt erfolgreich sind, werden jene sein, die Unterrichtskompetenz als etwas betrachten, das aufgebaut und nachgewiesen wird — nicht als etwas, auf das man hofft.

Entdecken Sie, wie die digitale Dimension im DigCompEdu-Leitfaden für Schulen funktioniert, oder erfahren Sie, wie EASEC die sieben Kompetenzbereiche in der Zertifizierung für Schullehrkräfte misst.

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Validieren Sie Schlüsselkompetenzen und Beschäftigungsfähigkeit mit einem Europäischen Rahmen. Stellen Sie Vertrauenswürdige Digitale Nachweise aus, die mit Europass abgestimmt sind.
Kernaussage
Wie der europäische DigCompEdu-Rahmen auf Lehrkräfte an Schulen angewendet wird: die sechs Bereiche, die Kompetenzstufen und der Weg von der Selbstreflexion zum zertifizierten Nachweis.
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